Hafermilch vs. Mandelmilch

Bei ihrer Herstellung werden weniger Treibhausgase produziert, die Gewässer weniger belastet und weniger Land genutzt als bei der Kuhmilch- die Pflanzenmilch. Sei es der Umweltschutz, ethisch-moralische Aspekte bezüglich der artgerechten Haltung von Kühen, oder einfach nur der Geschmack, es gibt diverse Gründe, weshalb sich immer mehr Verbraucher gegen die herkömmliche Kuhmilch entscheiden und stattdessen zu alternativen Milchprodukten greifen.

Der Markt mit Milchalternativen boomt. Neben der herkömmlichen Kuhmilch findet man in den Supermarktregalen heute eine Bandbreite an pflanzlichen Alternativen und es kommen immer mehr Anbieter hinzu. Denn auch die Nachfrage steigt stetig an. Es sind längst nicht nur Vegetarier oder Veganer, bei denen die Wahl auf die pflanzliche Milchvariante fällt. Nein, zu ihren Konsumenten gehören auch andere Verbraucher. Aufgrund der Beliebtheit und dem daraus resultierenden breiten Sortiment kann man die Produkte mittlerweile zu erschwinglichen Preisen erwerben. So sind die Produkte nicht nur bei den Discounter zu kaufen, viele sind dem Trend gefolgt und bieten ihre Eigenmarken an. Zu den beliebtesten pflanzlichen Milchalternativen gehört die Hafer- und die Mandelmilch. Doch welche der beiden Milchalternativen ist die bessere Wahl?

 

Inhaltsstoffe der Hafermilch

Bei Hafermilch handelt es sich um ein Getreidedrink. Die Basis sind Haferkörner, welche erst gemahlen und mit Wasser vermengt werden, um in Anschluss zu fermentieren. Hafer ist gesund und wird oft als Superfood bezeichnet. Es enthält neben den Vitaminen E und B weitere Nährstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium, Eisen aber auch Phosphor. Darüber hinaus ist Hafermilch mit 1,5g Fett je 100ml im Vergleich zur Kuhmilch zwar fettarm, aber im Vergleich zur Mandelmilch deutlich fetthaltiger. Die gesunden Fette machen sie zum echten Energielieferanten. Außerdem enthält die Hafermilch weder Laktose, Soja, Milcheiweiße oder Cholesterin, was sie für viele Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten geeignet macht. Personen mit einer Zöliakie sollten in der Regel jedoch nicht zur Hafermilch greifen.

Der Grund ist, dass Hafer glutenhaltig ist. Ebenfalls ungeeignet ist Hafermilch für Personen, welche eine ketogene Diät machen. Denn sie besitzt einen hohen glykämischen Index. Auch wenn auf der Verpackung ohne Zuckerzusatz steht, sollte man wissen, dass Hafermilch nicht zuckerfrei ist. Durch die Fermentation enthält die Milch stets ca. 5 Prozent Zucker. Es ist nicht unüblich das die Hafermilch dennoch mit weiterem Zucker zugesetzt ist. Auf Grund der Tatsache, dass Hafermilch im Vergleich zur Kuhmilch calciumarm ist, ist Calcium ein weiterer beliebter Zusatz im fertigen Produkt. Weitere mögliche Zusätze sind Mineralstoffe als auch Vitamine.

Die Hafermilch ist im Vergleich zu anderen Milchalternativen mild und hat einen geringen Eigengeschmack. Sie schmeckt lediglich leicht süß. Somit übertönt sie andere Geschmäcker nicht, was sie besonders bei Kaffeetrinkern beliebt macht. Am besten schmeckt diese natürlich, wenn die Milch gut aufgeschäumt ist. Im Vergleich zu den anderen Alternativen schäumt die Hafermilch wegen ihrer kuhmilchähnlichen Konsistenz noch am meisten. Wer jedoch ein Produkt wählt, bei der sich die Milch besonders gut aufschäumen lässt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass hier wahrscheinlich eine Reihe an zusätzlichen Inhaltsstoffen wie Fette oder Konservierungsstoffe integriert sind.

 

Die Hafermilch aus der Umweltperspektive

Die Ökobilanz der Hafermilch ist sehr positiv. Hafer ist regional erhältlich. Emissionsbelastungen aufgrund von Transportwegen sind demnach gering. Eine weitere Eigenschaft der Getreidesorte ist ihre Resistenz. Diese macht den Einsatz von Pestiziden verzichtbar oder lässt ihn gering ausfallen.

 

Inhaltsstoffe der Mandelmilch

Ebenfalls eine pflanzliche Alternative ist die Mandelmilch. Hierbei handelt es sich im Gegensatz zur Hafermilch nicht um ein Getreideprodukt. Der Milchersatz basiert auf Mandeln, welche Früchte des Mandelbaums sind. Nach ihrer Ernte werden die Mandeln erst geröstet, zermahlt und anschließend mit Wasser vermengt. Lässt man das Gemisch eine Weile ruhen, bekommt es eine milchähnliche Konsistenz und die Mandelmilch ist fertig.

Die fertige Milch besitzt im Vergleich zur Hafermilch einen stärkeren, nussigen Eigengeschmack. Die Intensität des Geschmacks ist abhängig von dem Röstvorgang und dem Mischverhältnis. Generell wird auch die Mandel als Superfood bezeichnet. Sie ist vitamin- und mineralstoffreich. Neben Vitamin E und B enthält die Mandel Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Kupfer und Zink, aber auch Ballaststoffe und gesunde Fette. Wie alle Nussorten ist die Mandel somit eine wahre Kalorienbombe. Man könnte also meinen, dass auch die Mandelmilch hochkalorisch ist. Dem ist jedoch nicht so. Der Grund ist der geringe Mandelanteil in dem fertigen Produkt.

In der Regel beträgt dieser lediglich 2-10 Prozent. Ganz im Gegenteil zählt Mandelmilch zu den kalorienärmsten pflanzlichen Milchersätzen. Nicht nur der geringe Mandelanteil, auch die Verarbeitung im Herstellungsprozess sind Gründe dafür, dass von den gesunden Eigenschaften der Mandel in der Milch nur wenig wiederzufinden ist. Dennoch bleibt sie für viele Personen eine Alternative. Besonders für Allergiker ist sie geeignet. Sie enthält nicht nur keine Laktose und ist frei von Soja-Proteinen und Milcheiweißen, darüber hinaus ist sie auch noch glutenfrei und im Gegensatz zur Hafermilch somit geeignet für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit.

Wegen dem geringen Nährstoffanteil im fertigen Produkt setzten viele Hersteller Vitamine und Mineralstoffe zu. Um einen perfekten Kaffeegenuss zu ermöglichen, werden für die milchähnliche Konsistenz auch bei der Mandelmilch gerne Zucker, Verdickungsmittel, Emulgatoren, Aromastoffe und Stabilisatoren beigefügt.

 

Die Mandelmilch aus der Umweltperspektive

Die Ökobilanz der Mandelmilch gilt unter den Alternativen als eine der schlechtesten. Denn die meisten Mandeln stammen aus Kalifornien, wo eine große Zahl an Monokulturen vorzufinden ist. Der Anbau in Kalifornien verursacht nicht nur transportbedingte Emissionen, ein viel größerer Nachteil ist der hohe Wasserverbrauch.

Bei den dort vorherrschenden hohen Temperaturen ist eine besonders große Menge Wasser zur Bewässerung der Mandelbäume notwendig. So erfordert die Herstellung von einem Kilo Mandeln rund 10000l Wasser. Für die Sicherstellung einer konstanten Mandelernte werden jährlich Milliarden von Bienen angeschafft, welche die Blüten bestäuben sollen.

Der gezielte Einsatz der Bienen treibt das Bienensterben voran. In Transportwegen und auf dem Feld sind sie hohem Stress ausgesetzt, was ihr Immunsystem schwächt und sie anfälliger für Krankheiten macht. Trotz des meist langen Transportweges ist der Co2 Ausstoß bei der Mandelmilch ein geringerer als bei der Hafervariante.

 

Fazit

Ob süß oder herzhaft, zum Backen, im Kaffee oder in Soßen, beide Milchsorten sind neben dem puren Verzehr vielseitig einsetzbar. Hafermilch mag generell die umweltfreundlichere Alternative sein. Wer beim Kauf auf die Inhaltsstoffe und ihre Herkunft achtet, wird aber auch bei der Mandelmilch auf umweltfreundliche Varianten treffen. Diverse Hersteller beziehen ihre Mandeln auch aus europäischen Bio- Anbaugebieten. Dies zeigt, dass es die bessere Alternative per se nicht gibt. Welche Milch letztlich die bessere ist, ist eine individuelle Entscheidung. Je nach geschmacklichen, inhaltsstofflichen, ethisch-moralischen oder ökologischen Aspekten und Vorlieben hat jede Alternative ihre Vor- und Nachteile. Jeder selbst entscheidet im Endeffekt welche Milch mit welchen Inhaltstoffen er im Handel wählt oder diese einfach selbst herstellt.